In Stein gemeisselt, versteinert, Stein geworden – schon sprichwörtlich assoziieren wir mit Stein Bleibendes; Werte, Wahrheiten, Dinge, die nahezu unvergänglich scheinen. Auch wenn die Thermodynamik anderes weiss, so nah wie im Stein kommen wir dem Ewigen selten. Kein Wunder, dass aus hochwertigsten Wohnräumen Steinoberflächen nach wie vor (und eigentlich seit Menschengedenken) nicht wegzudenken sind.
Die Verarbeitung ist freilich alles andere als zeitlos, im Gegenteil: Was heute mit mineralischen Oberflächen aus Keramik, modernen Kompositmaterialien und Naturstein möglich ist, war früher undenkbar. Für zeitgenössische Architektur und moderne Räume ergibt sich so eine beeindruckende Palette gestalterischer Möglichkeiten; was bleibt, sind die Robustheit und Pflegeleichtigkeit von Keramik.
Die widerstandsfähigen Oberflächen von Steingut, Steinzeug und Feinsteinzeug eignen sich für private Wohnbereiche wie auch stark beanspruchte Objektflächen, in grossformatigen Platten eröffnen sie eine noch grosszügigere Raumwirkung, indem sie dank weniger Fugen den Blick auf die Architektur eines Raumes lenken und auch kleinere Räume optisch vergrössern können. Moderne Komposite sind besonders dicht und leicht zu pflegen, Zementplatten bringen mit sorgen mit zarten Naturtönen für eine warme Ästhetik und einen handwerklichen Touch.
Jeder Stein ist ein Unikat – geprägt von seiner geographischen Herkunft und individuell in seiner Farbigkeit und Maserung.
Oder man greift gleich zu Naturstein, rustikalem Kalkstein etwa, edlem Marmor oder langlebigem Granit. Der bringt auch immer reizvolle Spuren seiner Herkunft mit, Kalkstein etwa, typisch für die Gebirgsregionen Europas wie die Alpen, besticht durch seine warme Farbigkeit und feine Textur. Marmor, insbesondere der berühmte Carrara-Marmor, wurde bereits in der Antike in den Steinbrüchen der Apuan-Alpen in der Toskana abgebaut und ist bis heute geradezu ein Sinnbild der Region. Granit dagegen wird weltweit gewonnen; wichtige Vorkommen liegen etwa in Brasilien, Indien, aber auch in Skandinavien. Ihnen allen gemeinsam: Jeder Stein ist ein Unikat – geprägt von seiner geographischen Herkunft und individuell in seiner Farbigkeit und Maserung.
Um aus dieser Einzigartigkeit im Stein faszinierende Kunst zum Wohnen zu machen, arbeitet oora mit diversen Spezialisten zusammen, die sich mit Leidenschaft der Be- und Verarbeitung von Stein, Keramik und Mosaiken widmen. Weil Naturstein und Keramik nicht einfach bloss Materialien sind, sondern echte Charaktere mit individueller Geschichte.
Dazu braucht es handwerkliches Können und gestalterisches Feingefühl – und hypermoderne Werkstätten, in denen Oberflächen geschnitten, geschliffen und veredelt werden, mit ruhiger Hand und geschultem Blick. «Diese Orte faszinieren mich besonders», sagt Céline Cè, Projektleiterin Interior Design bei oora. «Es riecht nach Stein, nach Wasser, nach frischem Schnitt, und so klingt es auch: nach konzentrierter Arbeit – Schleifen, Sägen, dem leisen Abtasten einer Kante.»
So entstehen Küchenarbeitsplatten, Waschtische, Tische oder Wandverkleidungen, ebenso präzise gefertigt, wie sie später eingebaut werden. Wann ein Werkstück fertig ist? Wenn die Linie stimmt, die Fuge beinahe verschwindet und die Kante wirkt, als wäre sie nie anders gedacht gewesen. Dabei zählt jeder Millimeter, selbst dort, wo ihn später kaum jemand sieht. Tradition trifft auf Moderne, klassische Werte auf hochmoderne Werkzeuge und Methoden. Und aus der Liebe zur Kante, zu präzisen Gehrungen und zu Übergängen, die man erst auf den zweiten Blick erkennt, wird etwas wirklich beinahe Zeitloses.